Worum geht es?

Die im Fahrplan ab 14.12.2015 vorgesehenen deutlich längeren Fahrtzeiten auf der Linie des RE 1 von Rostock nach Hamburg und zurück verschlechtern die Arbeitsbedingungen aller Pendler aus Westmecklenburg drastisch. Schrittweise wurde schon in den letzten Jahren, beispielsweise auf dem Streckenabschnitt von Boizenburg nach Hamburg die Fahrtzeit im Schnitt um mehr als 10 Minuten verlängert.
Jetzt mit dem neuen Fahrplan wird der Pendlertag mehr eine Stunde länger, weil die Aufenthalte in Büchen von bis zu 20 Minuten zu verspäteten Ankunftszeiten in Hamburg führen. Bei vielen Pendlern gilt ein fester Arbeitsbeginn, so dass dann ein Zug früher (eine Stunde eher) genommen werden muss. Dies betrifft auch die zusteigenden Pendler aus Schleswig-Holstein.

Vielen Teilzeitkräften mit familiären Verpflichtungen wird das Arbeiten in Hamburg schier unmöglich gemacht, da die Fahrzeit dann in keinem Verhältnis zur Arbeitszeit steht. Vollzeitkräfte verlieren wertvolle Freizeit am Heimatort. Das familiäre und gesellschaftliche Leben der Pendler wird stark eingeschränkt.

Qualifizierte Arbeitsplätze sind in Westmecklenburg Mangelware, so dass die Hälfte der werktätigen Bevölkerung aus Westmecklenburg pendeln muss. Viele Bahnpendler werden auf das Auto umsteigen und die jetzt schon überlasteten Straßen nach Hamburg weiter verstopfen.
Die Fahrzeitverlängerungen sind für fast 1.000 Bahnpendler und noch mehr Bahnreisende aus ganz Westmecklenburg, die mit dem RE 1 fahren, völlig unakzeptabel!

Gleichzeitig wird mit der schlechteren Bahnanbindung in die Metropole Hamburg die Wohnattraktivität in Westmecklenburg erheblich sinken. Junge Leute werden sich überlegen, ihren Wohnsitz arbeitsortnäher zu wählen. Flexible Mieter sicher auch.
Für eine positive demografische Entwicklung Westmecklenburgs ist es unabdingbar, eine gute Verkehrsanbindung zum Wirtschaftszentrum Hamburg zu gewährleisten.

Daher fordern wir:

  1. Keine längeren Fahrzeiten von und nach Hamburg beim RE 1
    Aktueller Stand: keine Änderung
  2. Beibehaltung der langjährig bewährten An- und Abfahrzeiten in Hamburg
    Aktueller Stand: Bei einzelnen Verbindungen scheint doch eine Veränderung möglich zu sein. (10.12.2015)
  3. Verbesserte Zuverlässigkeit des RE 1 (Strecke, Lok-und Wagenpark)
    Aktueller Stand: keine Änderung
  4. Größere Sauberkeit an den Haltepunkten
    Aktueller Stand: Bahn kündigt Grundsäuberung von Bahnhöfen an! (08.12.2015)
  5. Verbindliches Beschwerdemangement bei der DB
    Aktueller Stand: keine Änderung
  6. Teilanbindung der zur Metropolregion Hamburg gehörenden Westkreise von MV an den Hamburger Verkehrsverbund (HVV)
    Aktueller Stand: Bürgermeister von Boizenburg stellt HVV-Erweiterung in Aussicht! (25.11.2015)
3 Kommentare zu “Worum geht es?
  1. S. Piotrowski sagt:

    Sorry, aber seit der Fahrplanumstellung sind die Züge endlich pünktlich. Nach anderthalb Jahren, die ich die Strecke Hamburg – Schwarzenbek jetzt fahre und in der gefühlt höchstens einmal eine Woche am Stück die Züge pünktlich waren, muss ich jetzt auf die Zeiten achten und mich beim Umsteigen beeilen.

    • Andreas S. sagt:

      Da haben Sie recht! Als Pendler zwischen Ratzeburg und Hamburg -Bergedorf bin ich froh, dass die Anschlüsse in Büchen endlich mal sicher sind! Auch wenn ich jetzt etwas länger unterwegs bin, da die Umsteigezeit etwas sehr großzügig geworden ist!

  2. pendlerprotest sagt:

    Sehr geehrter Herr oder Frau Piotrowski,

    ich freue mich, dass Sie sich mit Ihrer Meinung auch gemeldet haben. Natürlich wo Schatten ist, kann auch mal Licht sein. Grundsätzlich sollten wir als Fahrgäste immer einen Anspruch auf Pünktlichkeit bei der Bahn haben. Der neue Fahrplan ist primär nicht geändert worden um die Pünktlichkeit zu verbessern, sondern um den Fernzügen mehr Trasse einzuräumen, auf Kosten vieler Pendler. Dies ist unser Hauptkritikpunkt. Könnten Sie sich dieser Sichtweise wenigstens ansatzweise anschließen? Veränderungen zum Besseren sind nur gemeinsam möglich und ich glaube nicht, dass Sie, wie wir Pendler die östlich von Büchen wohnen und nun eine Stunde pro Tag länger unterwegs sein müssen, einfach nur still halten würden. Es ist nicht unsere Absicht zum Nachteil der Fahrgäste aus Schwarzenbek eine bessere Anbindung an Hamburg einzufordern. Daher möchte ich sehr um Ihre wohlwollende Unterstützung werben.

    Es grüßt Sie freundlich Jens Prötzig

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